{"id":732,"date":"2018-08-20T09:16:47","date_gmt":"2018-08-20T09:16:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fdp-sandhausen.de\/?p=732"},"modified":"2018-08-26T09:41:58","modified_gmt":"2018-08-26T09:41:58","slug":"fdp-sandhausen-bei-podiumsdiskussion-fluechtlinge-in-arbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fdp-sandhausen.de\/wordpress\/?p=732","title":{"rendered":"FDP-Sandhausen bei Podiumsdiskussion \u201eFl\u00fcchtlinge in Arbeit\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Unter diesem Motto stand die Einladung des Vorsitzenden des FDP-Kreisverbands Rhein-Neckar Alexander Kohl zu einer Podiumsdiskussion. Gast war der Textilhersteller und Trigema-Chef Wolfgang Grupp. Auch die FDP-Landtagsabgeordnete Gabriele Reich-Gutjahr und\u00a0 der FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Jens Brandenburg nahmen an dieser Podiumsdiskussion teil, die von Alexander Kohl, dem Vorsitzenden des Kreisverbands Rhein-Neckar moderiert wurde. Der FDP-Ortsverband Sandhausen hat sich bereits mehrfach mit diesem Thema im Rahmen seiner Liberalen Runde befasst und war durch zahlreiche Mitglieder vertreten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-660\" src=\"http:\/\/www.fdp-sandhausen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Fluecht1.jpg\" alt=\"\" width=\"5425\" height=\"4223\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n\u201eFl\u00fcchtlinge in Arbeit\u201c sei ein Thema der Politik und nicht der Unternehmer, sagte Grupp. Andererseits habe er ein Unternehmen mit 1200 Mitarbeitern zu leiten und brauche dringend qualifiziertes Personal, das auf dem deutschen Arbeitsmarkt nur schwer bis gar nicht zu finden sei. Die meisten seiner Mitarbeiter h\u00e4tten als Lehrlinge im Betrieb begonnen. Nun fehle es an Nachwuchskr\u00e4ften bei F\u00e4rbern, N\u00e4hern und Strickern.<\/p>\n<p>Im Unterschied zu den 1960er Jahren h\u00e4tten wir die Menschen nicht hierhergeholt. Sie sind von selbst gekommen.<\/p>\n<p>Der 76-j\u00e4hrige Unternehmer ist stolz darauf, 36 Fl\u00fcchtlinge in seinem Unternehmen zu besch\u00e4ftigen. In ihren Heimatl\u00e4ndern Syrien, Afghanistan und Pakistan h\u00e4tten sie schon lange Jahre als N\u00e4her gearbeitet. Das Unternehmen h\u00e4tte bei der Wohnungssuche und Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen unterst\u00fctzt. Diese Menschen leisteten ausgezeichnete Arbeit, h\u00e4tten ein festes Einkommen und zahlten Steuern und Sozialabgaben. Trotzdem seien sie permanent von der Abschiebung bedroht.<\/p>\n<p>Grupp m\u00f6chte der Politik ein Angebot unterbreiten, f\u00fcr diese leistungsbereiten und gut arbeitenden Menschen die Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr ein bis zwei Jahre oder auch l\u00e4nger zu garantieren. Er w\u00fcrde die pers\u00f6nliche Haftung und Verantwortung f\u00fcr sie zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Grupp machte deutlich: Fl\u00fcchtlinge, die aus humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden hier seien und arbeiten wollten brauchen eine Perspektive und wir br\u00e4uchten diese Arbeitskr\u00e4fte zur St\u00e4rkung der Wirtschaftskraft. Die Politik m\u00fcsse eine L\u00f6sung finden, diese beiden Interessen zusammen zu bringen.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund habe er zusammen mit circa 100 Unternehmern aus Baden-W\u00fcrttemberg eine Initiative gestartet, um Asylbewerbern, die bei diesen Unternehmen besch\u00e4ftigt sind, eine Bleibeperspektive zu er\u00f6ffnen. Heraus aus dem Asylverfahren und stattdessen ein Bleiberecht. Diese Forderung haben die Unternehmer an Innenminister Thomas Strobl herangetragen.<\/p>\n<p>Gabriele Reich-Gutjahr wies auf die aktuellen gesetzlichen M\u00f6glichkeiten hin: Die Pr\u00fcfung auf Asylanspruch, wenn dieser besteht, dann wird ein unbefristetes Aufenthaltsrecht gew\u00e4hrt. Kriegsfl\u00fcchtlinge erhielten eine Duldung, so lange der Grund f\u00fcr die Duldung anh\u00e4lt. Diese Gruppen d\u00fcrften arbeiten. Und die dritte Gruppe h\u00e4tte keinen Anspruch. Die m\u00fcsste einen Antrag auf Einwanderung stellen, m\u00fcsste dazu aber wieder ausreisen.<\/p>\n<p>Reich-Gutjahr erg\u00e4nzte, Geduldete d\u00fcrften hier eine Ausbildung nach der 3+2 Regelung machen. f\u00fcr Drei Jahre Ausbildung und weitere zwei Jahre danach arbeiten. Voraussetzung aber f\u00fcr alle sei eine zweifelsfreie Identit\u00e4tsfeststellung.<\/p>\n<p>Grupp erwiderte, viele Unternehmen und Handwerksbetriebe seien dazu bereit, sich zu engagieren, tr\u00fcgen angesichts der intransparenten Abschiebepraxis aber das Risiko, diese Mitarbeiter wieder zu verlieren.<\/p>\n<p>Brandenburg wies darauf hin, dass die FDP schon lange ein Einwanderungsgesetz fordere, das es erm\u00f6glicht, Fachkr\u00e4fte, die handwerkliche Arbeit verrichten k\u00f6nnen, ins Land zu holen. Das sei aber leider nicht Sicht.<\/p>\n<p>Reich-Gutjahr verwies auf die M\u00f6glichkeit des \u201eSpurwechsels\u201c f\u00fcr Geduldete.<\/p>\n<p>Grupp erwiderte, dass das alles sehr kompliziert sei und viel zu lange dauere. Dass Menschen, die arbeiten und der Gesellschaft nicht zur Last fallen, das Land ganz pl\u00f6tzlich verlassen m\u00fcssen, das verst\u00fcnden die Menschen nicht mehr.<\/p>\n<p>Gegen Ende der Veranstaltung nahmen auch ein junger Mann aus Gambia, der mit 18 Jahren vor zwei Jahren nach Deutschland kam, und seine \u201eAdoptiv\u201c-Mutter aus Oftersheim auf dem Podium Platz. Der junge Gambier sprach ausgezeichnete Deutsch und macht eine Lehre als Koch. Beide schilderten ihre Erfahrungen mit den Gesetzen in puncto Ausbildungsduldung und Identit\u00e4tsfeststellung. Eine Lehre in einem Mangelberuf sei die einzige Chance des jungen Gambiers auf ein Bleiberecht. Sein Ausbildungsbetrieb und die \u201eAdoptiv\u201c-Familie t\u00e4ten alles, um ihm die Beendigung seiner Lehre und das Hierbleiben zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-660\" src=\"http:\/\/www.fdp-sandhausen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Fluecht2.jpg\" alt=\"\" width=\"5425\" height=\"4223\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\nAlle waren sich einig: Die Lage sei komplex und es g\u00e4be noch viele offene Baustellen. Fl\u00fcchtlinge stellten einen Teil der Menschen, die Deutschland dringend als Arbeitskr\u00e4fte brauche. Grupp forderte mit Nachdruck, in Berlin m\u00fcssen man endlich in die P\u00f6tte kommen. Die Gesetze m\u00fcssten an die aktuellen Ver\u00e4nderungen angepasst werden. \u201eWenn wir hier den Anschluss verpassen, ist unser Land gef\u00e4hrdet.\u201c (BK)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter diesem Motto stand die Einladung des Vorsitzenden des FDP-Kreisverbands Rhein-Neckar Alexander Kohl zu einer Podiumsdiskussion. 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