FDP Sandhausen

FDP-Fraktion: Sandhausen beim Klimaschutz auf gutem Weg

Liebe Bürgerinnen und Bürger von Sandhausen,
liebe Freundinnen und Freunde der FDP Sandhausen,

in der letzten Gemeinderatssitzung berichteten Herr Dr. Krause und Herr Dr. Assmann über die Aktivitäten der Gemeinde im Umwelt-, Natur- und Klimaschutz. Gerne stellen wir Ihnen die wichtigsten Ergebnisse und die Einschätzung unserer Fraktion vor.

Ein Blick auf die Ergebnisse

Sandhausen hat beim Klimaschutz früh gehandelt, etwa mit Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern, der Umstellung auf LED-Straßenbeleuchtung und einem Nahwärmenetz, das bereits seit Ende der 1990er-Jahre besteht. Seit der Einführung eines Integrierten Klimaschutzkonzepts und eines eigenen Klimaschutzmanagements treibt die Gemeinde Klimaschutz und Klimaanpassung strukturiert voran. Das Konzept umfasst 40 Maßnahmen in zehn Handlungsfeldern. Bürgerinnen und Bürger können sich über die Klimawerkstatt aktiv einbringen.

Die vorgestellte Präsentation zeigte zahlreiche positive Entwicklungen. Der Wärmeverbrauch der kommunalen Gebäude lag 2025 bei rund 2,83 GWh und damit etwa 30 Prozent unter den Werten von 2023 und 2024. Die größten Verbraucher sind das Friedrich-Ebert-Schulzentrum (23 Prozent), die Hardtwaldhalle (12 Prozent) und die THG-Sporthalle mit Lehrschwimmbad (10 Prozent).

Besonders eindrucksvoll ist die LED-Straßenbeleuchtung: Der Stromverbrauch sank von etwa 840.000 auf rund 160.000 kWh pro Jahr. Die Kosten fielen von rund 150.000 Euro auf etwa 60.000 Euro, obwohl der Strompreis im gleichen Zeitraum von 18 auf 38 Cent pro kWh gestiegen ist.

Auch die kommunale Solarförderung trägt Früchte. In Sandhausen gibt es inzwischen 310 Dachanlagen mit zusammen rund 3.900 kWp sowie 420 Balkonkraftwerke. Ergänzend bietet die KLiBA eine kostenlose Energieberatung an.

Im Bereich Mobilität stehen VRNnextbike-Stationen, zwei EnBW-Ladesäulen (Kosten für die Gemeinde je 699,75 Euro pro Jahr) sowie neu zwei Schnellladesäulen des Anbieters Minera zur Verfügung, die die Gemeinde nichts kosten.

Bei der Klimaanpassung wurden Flächen entsiegelt und begrünt, zum Beispiel in der Hauptstraße. Seit Januar 2026 wurden zudem mehrere Bäume gepflanzt. In den kommenden zwei Jahren soll ein gefördertes Klimaanpassungskonzept entstehen, das den Vorgaben des Bundes-Klimaanpassungsgesetzes (KAnG) und des Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetzes Baden-Württemberg (KlimaG BW) folgt.

Unsere Bewertung

Die Erfolge sind wirtschaftlich klar messbar. Die LED-Umrüstung ist das beste Beispiel: Ohne sie lägen die Stromkosten bei heutigen Preisen bei über 300.000 Euro pro Jahr statt bei etwa 60.000 Euro. Klimaschutz entlastet hier unmittelbar den Gemeindehaushalt.

Auch die Hebelwirkung der Förderprogramme überzeugt. Bei der Solarförderung investieren die Bürgerinnen und Bürger selbst, bei den Schnellladesäulen trägt der Betreiber die Kosten. Mit wenig eigenem Geld setzt die Gemeinde so viel in Gang.

Die notwendigen Strukturen sind aufgebaut: Es gibt feste Zuständigkeiten, ein Energiemanagement mit Vergleichswerten und eine aktive Klimawerkstatt. Fördermittel von Bund und Land werden konsequent genutzt. Mit dem Klimaanpassungskonzept geht die Gemeinde zudem die gesetzlichen Pflichten frühzeitig und mit finanzieller Unterstützung an.

Gefehlt haben unserer Fraktion allerdings eine CO₂-Bilanz für die gesamte Gemeinde sowie ein konkretes Zieljahr. Das Land Baden-Württemberg strebt Netto-Treibhausgasneutralität bis 2040 an. Hier sehen wir noch Nachholbedarf.

Fazit

Inhaltlich ist Sandhausen auf einem sehr guten und wirtschaftlich vernünftigen Weg, vor allem bei der LED-Beleuchtung, beim Energiemanagement und bei der Förderung privater Initiativen.

Gemeinderat Volker Liebetrau dankte dem gesamten Team, das dazu beiträgt, Sandhausen klimafreundlicher zu gestalten. Ein besonderer Dank galt Herrn Dr. Krause, der sich seit dem 1. Oktober im Ruhestand befindet und es sich dennoch nicht nehmen ließ, den Bericht an diesem Abend persönlich vorzustellen. Zugleich begrüßte er seinen Nachfolger, Herrn Dr. Assmann, und wünschte ihm für seine neuen Aufgaben im Klimaschutzmanagement alles Gute und viel Erfolg.

Für die FDP-Fraktion Sandhausen

Volker Liebetrau

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